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Toblerone-Haus Februar 2002
Projektdaten:
In eigener Sache.
Präsentationswebsite für mögliche Sponsoren um das Toblerone-Haus - Entwurfswettbewerb (1. Preis) - zu realisieren.
Grundlage: Wettbewerbsdaten
Zeitaufwand: ca. 30 Std.
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Der Standort

Ein erfolgversprechendes Ideenkonzept sollte nicht nur rein wirtschaftlich betrachtet werden, vielmehr müssen alle Beteiligten einen direkten und „persönlichen“ Bezug zur Idee und insbesondere zum Standort haben.
Die Stillegung der bisherigen Seilbahnstation am Zermatter Rothorn bietet die ideale Möglichkeit, die Ursprungslegende der Marke TOBLERONE® für einen gelungenen Marketingauftritt zu nutzen.

Zermatt gehört zu den bekanntesten Ski- und Erholungsgebieten der Welt. Von den vornehmlich internationalen Touristen identifiziert ein großer Teil die Schweiz vor allem mit hohen Bergen, Uhren - und Schokolade.
Es ist wichtig, den Touristen in eine einzigartige Aktivität einzubinden, die mit der bestehenden Infrastruktur nicht in Konkurrenz tritt und die gleichzeitig einen Bezug zum Standort Zermatt - und der Schweiz in weiteren Sinne - schafft.

Kraft Foods Schweiz böte sich hier, auf dem Rothorn, die einmalige Gelegenheit, einen langfristig wirksamen Marketingauftritt für ihre Marke TOBLERONE® zu realisieren.
Die Gemeinde Zermatt lebt vom Tourismus und ist im hohem Maße darauf ausgerichtet, die anspruchsvollen Bedürfnisse der internationalen Gäste zu befriedigen. Nahezu jeder Urlauber wird diesen Standort auf über 3000 m und mit einem atemberaubenden Panorama mindestens einmal passieren, weil er Ausgangsort für Ski- und Wandertouren ist. Und Aufgrund der exklusiven Aussicht wirkt er auch auf Nichtsportler als Magnet.


Die Idee

Eine neuartige Erlebniswelt um das Produkt Schokolade ist geradezu prädestiniert für dieses Vorhaben. In besonderem Maße die TOBLERONE®, die Ihre Form – laut Legende – dem Matterhorn verdankt und die weltweit das Synonym für Schweizer Schokoladenkultur ist.
Es ist also naheliegend, den Standort „Rothorn“ mit Blick auf das Matterhorn, für das Thema der „TOBLERONE®-Ursprungslegende“ zu verwenden. Die entspannte Atmosphäre am Urlaubsort macht den Touristen zur idealen Zielgruppe, in einer Stimmung, die für den Aufbau einer positiven und dauerhaften Beziehung zum Produkt TOBLERONE® besonders gut geeignet ist.

Die bestehende Bergstation soll zu einem Erlebnis-Ort umgebaut werden – sie wird zu einem „TOBLERONE®-Haus“, einer Welt der Schweizer Schokolade!
Um dem Besucher das Produkt TOBLERONE® näherzubringen, sollte inhaltlich über die Information, die z.B. eine historische Ausstellung bieten kann, hinausgegangen und ein stärkerer persönlicher Bezug hergestellt werden. Aus der Darstellung des Produktionsvorgangs könnte ein interaktives Erlebnis werden, wenn sich dem Besucher hier die Möglichkeit bietet, Einfluß zu nehmen und sein „individuelles“ Schokoladen-Souvenir zu gestalten. Möglich ist die Vorgabe einer Anzahl von vorgefertigten Schokoladenvariationen, die durch Hinzufügen eigener Schriftzüge oder Symbole zum persönlichen Mitbringsel werden.
Vakuumverschlossene Behälter mit unterschiedlichen Schokoladen-sorten können direkt vom Fabrikationsstandort in Bern angeliefert werden. Dadurch können Qualität und Hygiene gewährleistet werden. Der Besucher kann die Schokolade nach Belieben kombinieren und in die gewünschte Form bringen.
Während der Inhalt im Kühlfach erhärtet, kann eine Verpackung nach eigenen Vorstellungen z.B. als Urlaubsgruß designt werden.
Dem Touristen, dessen Bedürfnis über eine persönliche TOBLERONE® hinausgeht, bietet ein kleiner TOBLERONE®-Shop zusätzliche Andenken.
Dem Schokoladen-Freund soll es natürlich auch möglich sein, dem sinnlichen Erlebnis des direkten Genusses zu frönen – im Schokoladen-Genießer-Café mit Blick auf die Bergwelt.
Im Untergeschoss bietet ein multimediales Filmtheater mit kleiner Bühne eine zusätzliche Informationsplattform.
Eine Attraktion, wie es ein „TOBLERONE®-Haus“ sein kann, ist zudem nicht nur für das Unternehmen Kraft eine lohnende Investition in ihre Marke TOBLERONE®, sondern sie bringt auch der Gemeinde Zermatt eine Vielzahl von Vorteilen:
Mit der Einrichtung eines TOBLERONE®-Hauses wird der Standort Zermatt durch ein traditionelles Schweizer Unternehmen ergänzt. Zusätzlich wird durch die Wiederbelebung der „Ursprungslegende“ ein positives Image auf Zermatt transferiert.
Das bereits vorhandene Freizeitangebot wird durch eine einzigartige Attraktion erweitert, die Touristen aller Alters- und Interessensgruppen anspricht. Im Idealfall bildet eine derartige Nutzung einen Magnetpunkt für Touristen aus der Umgebung und verlängert den Aufenthalt der eigenen Gäste.

Nicht zuletzt wird mit der Wiederbelebung einer nostalgischen „Ursprungslegende“ in Verknüpfung mit dem interaktiven Aspekt des Projektes eine persönliche und direkte Bindung des Konsumenten an die Marke TOBLERONE® erreicht.
Ein besonderes Erlebnis in einer Welt der Schokolade wird den Besuchern in Verbindung mit der einmaligen Landschaft unvergessen bleiben. Und so bleibt der Aufenthalt in Zermatt um so mehr eine Erinnerung, die zur Wiederholungstat anregt. Was wir erreichen wollen, ist ein atmosphärischer Ort für eine Schokolade mit Charakter in einer Landschaft mit Charakter.


Die Architektur

Bei der Betrachtung der bestehenden Situation fällt auf, daß die alte Bergstation abseits, den Rücken zuwendend von den anderen Gebäuden isoliert steht. Von großer Bedeutung ist daher eine neue Blickbeziehung zwischen den Körpern entstehen zu lassen. Dabei soll der Maßstab nicht wesentlich verändert werden, sondern das Gebäude diskret und dennoch ausdrucksstark seine neue Wirkung entfalten. Der skulpturale Charakter soll unterstrichen werden.

Um die Körperhaftigkeit besser zum Ausdruck zu bringen, wird das bestehende Satteldach entfernt und die Seitenteile begradigt. Die Öffnungen der Gondeleinfahrt werden erweitert und auf der gegenüberliegenden Seite gespiegelt. Ein eingehängter Körper, angelehnt an die Gondelthematik, „fährt“ gewissermaßen durch den bestehenden Körper hindurch. Um den Kontrast dieser beiden geometrischen Figuren hervorzuheben, wird der äußere, tragende Teil als massive, rauhe Skulptur mit einer vorgerosteten Metallhülle betont, während sich die transparente „Gondel“ durch ebene Glasflächen definiert.

Im Inneren des Gebäudes entstehen an den Schnittebenen der beiden Körper auch die Trennungslinien zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen. In den beiden schmalen Bereichen rechts und links des Glaskörpers können alle dienenden Funktionen, wie Treppen, Sanitär- und Stauräume untergebracht werden. Diese bilden eine Art „Zelleneinheit“, die als Möbel eingestellt werden. Diese sind metallen und erzeugen die Wirkung, „aus einem Guß“ zu sein. Durch diese Funktionsteilung kann der Aktionsraum innerhalb des Glaskörpers vollkommen freigehalten werden. Der Grundriss dieses Bereichs kann also frei nach Bedarf eingeteilt, und auch eventuelle Umnutzungen für temporäre Veranstaltungen schnell realisiert werden.

Die Erschließungswege sind so angelegt, daß der Besucher einen Rundgang durch alle Ebenen des Raumes erleben kann. In den beiden oberen Zwischenebenen soll neben einem einführenden Ausstellungs-bereich das interaktive TOBLERONE®-Souvenirzentrum liegen. Schokolade gießen, formen, festigen und eine eigene Verpackung designen, bilden die Schwerpunkte. Durch die Höhenversprünge zwischen den Ebenen zeigt der Rundgang auch die architektonische, räumliche Entwicklung. Von den niedrigeren oberen Geschossen gelangt man auf die große untere Ebene, die sowohl eingeschossige, als auch mehrgeschossige Bereiche hat.

Das Raumerlebnis ist betont dreidimensional und nicht nur auf die unterschiedlichen Flächenmaße reduziert. Zur Abhangseite hin kragt die Glasgondel weit aus, so daß der schwebender Eindruck verstärkt wird. Der Blick wird hier auf das Matterhorn fokussiert, das Symbol der Dreiecksschokolade. Und mit dieser herrlichen Aussicht verbindet sich unser Schokoladen-Genießer Café, daß allen übrigen Sinnen Freude verspricht. Im zentralen Bereich bietet sich ausreichend Platz für weiterführende Ausstellungsbereiche und insbesondere temporäre Expositionen. Im Weiteren bietet sich hier Platz für Souvenirs zum Thema TOBLERONE®, Schokolade, Schweiz und Zermatt. Im abgedunkelten Untergeschoß befindet sich das Filmtheater mit kleiner, variabler Bühne, und Raum für 80 Personen. Alle möblierungs- und ausstattungstechnischen Einheiten sollten in unserer Vorstellung dem Bild des metallenen, aus einem Stück Gegossenen nach Möglichkeit folgen, um einen umfassenden, einheitlichen Charakter zu entwickeln, der alle Details berücksichtigt und nicht an der Oberfläche stehen bleibt.
Auch konstruktiv betrachtet folgt der Entwurf einer klaren Funktionstren-nung. Der massivere, skulpturale Körper, der in der Substanz der ehe-maligen Bergstation entspricht, hat entsprechend massive, tragende Wände, die zusätzlich isoliert und verkleidet werden. Hinzu kommt ein ebenfalls verkleidetes Flachdach mit einer Stahlträgerkonstruktion im innenliegenden Dachraum. Von hier werden alle unteren horizontalen Ebenen an Zugseilen abgehängt. Die Glasfassade wiederum funktioniert als transparente Verkleidung. Sie wird durch ein Multipointsystem gehalten, d.h. sie ist in den vertikalen Teilen selbsttragend und wird zusätzlich oben und unten mit Zugseilen verankert. Die horizontalen Glasebenen sind an den horizontalen Trägerkonstruktionen befestigt und werden gegebenenfalls unterspannt. Der Glaskörper ist also ähnlich einer Gondel von einer Stahlkonstruktion abgehängt und bildet eine statische Einheit. Durch das Multipointsystem wird eine einheitlichere Oberflächenwirkung ermöglicht als dies bei üblichen Rahmenkonstruktionen der Fall ist. Der Glaskörper wirkt insbesondere von Außen noch glatter und flächiger.
Während das TOBLERONE®-Haus tagsüber einen gleichberechtigten Dialog mit seiner Umgebung eingeht, soll es nachts das leuchtende Highlight außer Konkurrenz sein.


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